' )Thailand - Infrastruktur-Ausbau geplant
Asien Kurier 4/2008 vom 1. April 2008
Thailand

Infrastruktur-Ausbau geplant

Von Udo Bartsch (gtai)

Die thail´┐Żndische Wirtschaft, scheint seit Bildung der neuen Zivilregierung unter Premierminister Samak Sundaravej wieder mehr Schwung zu haben, wobei das Wachstum 2007 unerwartet kr´┐Żftiger ausfiel als urspr´┐Żnglich erwartet.

Dies war in erster Linie den robusten Exporten zu verdanken und der im 4. Quartal erfolgten deutlichen Erholung bei Privatinvestitionen und Konsum. Neuesten Angaben des National Economic and Social Development Board (NESDB) zufolge stieg im 4. Quartal 2007 das Bruttoinlandsprodukt (BIP) real um beachtliche 5,7 Prozent (1Q2007: 4,4%; 2Q2007: 4,3%; 3Q2007: 4,2%). Damit stieg das BIP im Gesamtjahr 2007 voraussichtlich um real 4,8 Prozent (2006: 5,1%).

Der deutliche Aufw´┐Żrtstrend veranlasste das NESDB dazu, seine Wachstumsprognose f´┐Żr 2008 heraufzusetzen. In ihrer neuesten Projektion f´┐Żr 2008 geht die oberste thail´┐Żndische Planungsagentur nunmehr von einem realen Wirtschaftswachstum von 4,5 bis 5,5 Prozent, anstatt 4,0 bis 5,0 Prozent aus. Zugleich rechnet das NESDB mit einem wesentlich st´┐Żrkeren Anstieg der privaten Investitionst´┐Żtigkeit und des Konsums. Nachdem die Privatinvestitionen 2007 voraussichtlich lediglich um 0,5 Prozent anstiegen, sollen sie 2008 real um 7,0 Prozent zunehmen. Bei den privaten Konsumausgaben, die 2007 wahrscheinlich nur um 1,4 Prozent stiegen, wird eine reale Zuwachsrate von 3,8 Prozent prognostiziert.

Mit einem etwas schw´┐Żcheren Wachstum wird 2008 hingegen bei den Exporten gerechnet. Die 2007 stark expandierenden thail´┐Żndischen Ausfuhren, die laut NESDB um 18,1 Prozent auf umgerechnet 100 Milliarden Euro anstiegen, sollen 2008 nur noch um 12,0 Prozent wachsen. Eine wesentlich st´┐Żrkere Dynamik zeichnet sich jedoch bereits bei den Importen ab. Auf Grund der wieder lebhafter werdenden Investitionst´┐Żtigkeit weisen insbesondere die Einfuhren von Kapitalg´┐Żtern seit dem vierten Quartal 2007 wieder einen deutlicheren Aufw´┐Żrtstrend auf. So stiegen die Einfuhren im Januar 2008, vor allem wegen der verst´┐Żrkten Bez´┐Żge von Maschinen und Ausr´┐Żstungen sowie Roh´┐Żl, um beachtliche 49,1 Prozent. F´┐Żr das Gesamtjahr 2008 rechnet das NESDB mit einer Importzunahme um 15,4 Prozent, nachdem die Einfuhren 2007 ersten Angaben zufolge wahrscheinlich um 9,6 Prozent auf rund 93 Milliarden Euro stiegen.

Die thail´┐Żndische Regierung beabsichtigt laut Aussagen von Premierminister Samak, Megaprojekte im Gesamtwert von 700 Milliarden Baht (15,4 Milliarden Euro; 1 Euro = rund 45,37 Baht, 3-Monatsmittelkurs) vorrangig zu realisieren. Dabei handelt es sich zum gr´┐Ż´┐Żten Teil um bedeutende Infrastrukturvorhaben, die bereits seit l´┐Żngerer Zeit in der Pipeline sind, nach dem Milit´┐Żrputsch vom September 2006 jedoch aufs Eis gelegt wurden.

Zu den bevorzugten Investitionsvorhaben der Regierung z´┐Żhlen vor allem der massive Ausbau der Massentransportsysteme in Bangkok (Skytrain und U-Bahn) und die Erweiterung des zweigleisigen Schienennetzes. Das Skytrain-Netz soll vorerst um drei Verbindungen erweitert werden und Bangkok mit den Randbezirken der angrenzenden Provinzen verbinden. Geplant sind die Linien von Bang Sue nach Bang Yai in Nonthaburi (Purple Line), von Bang Sue nach Taling Chan (Red Line) und von Bang Sue nach Rangsit (Red Line). Die Ausschreibungen f´┐Żr diese drei Strecken sollen noch im 1. Halbjahr 2008 erfolgen.

Insgesamt sollen jedoch bis 2013 neun neue Skytrain-Verbindungen mit einer Gesamtl´┐Żnge von 350 km errichtet werden. Die daf´┐Żr vorgesehenen Investitionen beziffert das Transportministerium auf cirka 700 Milliarden Baht, wobei 520 Milliarden Baht aus dem Staatshaushalt kommen sollen. Private Investoren wollen sich hingegen mit 170 Milliarden Baht an den geplanten Vorhaben beteiligen. An der Finanzierung dieser Projekte haben nach Aussagen des Transportministers Santi Prompat die Japan Bank for International Cooperation (JBIC) und einige chinesische Geldgeber ihr Interesse gezeigt.

Zudem hat der Premierminister die Realisierung eines sehr ehrgeizigen, zugleich aber kontroversen Wasserprojektes angek´┐Żndigt, das die unterirdische Ableitung von Flusswasser aus dem Mekong ´┐Żber eine cirka 700 km lange Rohrleitung von Chiang Rai bis Ubon Ratchathani im Nordosten des K´┐Żnigreichs vorsieht. Dieses Vorhaben st´┐Ż´┐Żt bereits auf Kritik von Umweltsch´┐Żtzern und Fachleuten der Wasserwirtschaft, die es als umweltsch´┐Żdlich und unwirtschaftlich befinden. Zudem k´┐Żnnte dieses Projekt auf gro´┐Żen Widerstand seitens der Mekong River Commission (MRC) sto´┐Żen, die die Nutzung des Mekongwassers durch die Anliegerstaaten Myanmar, Laos, Thailand, Kambodscha und Vietnam regelt.


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